Fahrrad-Pendeln im Winter? Cool!

Studie: Ganzjahresradler sind gesünder und fitter

Dass Radfahren gesund und belebend ist, weiß fast jeder. Weniger bekannt ist, dass der Gesundheitseffekt erst bei regelmäßigem und ganzjährigem Radfahren eintritt.

Arbeitnehmer, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Arbeit kommen, sind durchschnittlich zwei Tage pro Jahr weniger krank, als Auto- und ÖPNV-Nutzer. Das hat die Studie „Mobilität und Gesundheit“ von EcoLibro und der AG Mobilitätsforschung der Universität Frankfurt ergeben. Dabei ist es für die Gesundheit besonders günstig, wenn man sich ganzjährig für das Fahrrad entscheidet.

Reine „Sommerradler“ sind genauso häufig krank, wie Autofahrer und ÖPNV-Nutzer, nämlich etwas mehr als 5 Tage im Jahr. Auch auf den Body-Mass-Index (BMI) wirkt sich der aktive Arbeitsweg positiv aus: Ganzjahres-Radler haben einen durchschnittlichen BMI von 24, Autofahrer dagegen liegen bei 26. Forscher haben außerdem nachgewiesen, dass bei Ganzjahresradlern das Wohlbefinden am höchsten ist – sie haben einen „Well-Being-Score“ von 61 im Vergleich zu 55 bei den Autofahrern und 52 bei den ÖPNV-Nutzern.

 

Rad und Bahn clever kombinieren

 

Laut Studien des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung ist der durchschnittliche Pendler-Weg knapp 17 Kilometer lang. Bei solchen oder längeren Distanzen empfiehlt sich im Winter für die Hauptstrecke die Nutzung von Bus oder Bahn. Das Fahrrad ist dann die perfekte Ergänzung für die erste und die letzte Meile. Viele Fahrradpendler nutzen für dieses Modell zwei Räder: Eins am Heimatort und das zweite am Arbeitsort.

 

Überdachte Abstellanlagen

 

Wettergeschützte Fahrradabstellanlagen an den Bahnhöfen und beim Arbeitgeber sind essenziell, damit diese sogenannte „multimodale Mobilitätskette“ funktioniert. Denn nasse Sättel sind unangenehm, tiefgekühlte Schlösser funktionieren nicht und eingefrorene Bremsen sind gefährlich. Eine Alternative zum Zweitrad ist die Nutzung von Leihrädern, die es mittlerweile in vielen Städten gibt, etwa von Nextbike oder Call-a-bike.

 

Erstrad, Zweitrad, Faltrad, Leihrad, Pedelec

 

Falträder eigenen sich für die Mitnahme in den öffentlichen Verkehrsmitteln besonders gut. Sie können in der Bahn auf Koffergröße zusammengeklappt werden und man ist nicht auf einen freien Platz im Fahrradabteil angewiesen. Arbeitswege bis etwa fünf Kilometer sind auch für weniger gut Trainierte meist unproblematisch auf dem Rad zurückzulegen. Bei Wegelängen zwischen fünf und 15 Kilometern kann man über E-Motor-Unterstützung vom Pedelec nachdenken. Weil in den Stoßzeiten ohnehin die meisten Straßen verstopft und die Parkplätze überfüllt sind, ist diese Alternative zum Auto fast immer auch die schnellere Variante.

 

Licht an, Druck raus

 

Wegen der schlechteren Sichtverhältnisse im Winterhalbjahr sollte man das Licht schon bei Dämmerung einschalten. Kontrastreiche Kleidung und zusätzliche Reflektoren an Jacke, Hose oder Helm sind ein weiteres Sicherheitsplus. Ohren, Hände und Füße sollte man warmhalten, sich insgesamt aber nicht zu dick einpacken, denn der Körper erwärmt sich durch die Bewegung. In der kälteren Jahreszeit muss man mit Rutschfallen durch feuchtes Laub oder überfrierende Nässe rechnen. Deshalb: Morgens lieber etwas früher losfahren, Tempo anpassen – und abrupte Schlenker oder scharfe Bremsmanöver vermeiden. Spikes und Winterreifen sind eher etwas für Experten. Mit gut profilierten Ganzjahresreifen kommt man auch ohne Reifenwechsel durch den Winter. Tipp vom Profi: Wenn man etwas Druck aus den Reifen lässt, verbessert man die Griffigkeit auch bei Schnee.

 

quelle: https://www.fahrradfreundlicher-arbeitgeber.de/blog/radfahren-im-winter/